HTML5 – Zukunft für Rich Internet Applications?

HTML5 ist in aller Munde. Was bedeutet dies für Flash/Flex und Silverlight? Die Antwort scheint einfach: in Kürze werden beide Technologien im Bereich der Web-Applikationen kaum mehr eine Rolle spielen. Adobe und Microsoft zeigten bereits früh Reaktionen.

Zunächst hat Adobe mit Wallaby ein eigenes Werkzeug zur Konvertierung von Flash Inhalten nach HTML5 vorgestellt (siehe: http://labs.adobe.com/technologies/wallaby/). Nun folgt Google mit Google Swiffy  (siehe: http://swiffy.googlelabs.com/). Macnews.de berichtet und fragt zu recht, ob mit Hilfe solcher Werkzeuge eine Bereinigung des WWW um Flash Inhalte in die Wege geleitet wird (siehe Artikel unter http://www.macnews.de/software/google-swiffy-verwandelt-flash-in-html5-182547). Zwar können die Konverter noch nicht mit komplexen Animationen umgehen, dies wird aber vermutlich nach und nach möglich sein.

Tatsächlich erscheint eine Dominanz von HTML5 als sehr wahrscheinlich. Mozilla sieht Flash bereits als Auslaufmodell (siehe http://www.pcwelt.de/news/HTML5-wird-Flash-verdraengen-1496299.html). Auch jüngste Äusserungen von Microsoft unterstreichen die breite Unterstützung der neuen RIA Technologie. Immer mehr Unternehmen denken über eine Ablösungen von Silverlight Applikationen nach und entwickeln neue Web-Applikationen gar nicht erst mehr in Silverlight. Der Spagat zwischen den beiden Technologien war auch ein grosses Thema auf der TechDays in Basel (Compterworld hat berichtet, siehe http://www.computerworld.ch/news/software/artikel/microsoft-zwischen-html5-und-silverlight-56451/). Sogar sehr junge Plattformen, wie Microsofts SkyDrive, wurden inzwischen auf HTML5 umgestellt – und werden eben nicht mehr in Silverlight zur Verfügung gestellt (siehe zum Beispiel: http://digitizor.com/2011/06/21/microsoft-skydrive-html5/). Zudem wird Windows 8 sehr eng mit HTML5 in Verbindung gebracht:

“It definitely seems Microsoft’s ultimate goal is to wean developers off Silverlight and to convince them to use HTML5 and JavaScript to write new apps for Windows, going forward. But until there’s better tooling for HTML5 (beyond what Microsoft provides via the F12 HTML tools in Internet Explorer), it seems the Softies are going to support .Net and Silverlight via new versions of Visual Studio, the .Net Framework and Expression.” (Quelle: Mary Jo Foley, online http://www.zdnet.com/blog/microsoft/microsoft-needs-to-tell-windows-8-developers-now-about-jupiter-and-silverlight/9608

Die Hersteller Adobe und Microsoft könnten ein Interesse daran haben, dass Werkzeuge wie der Flash Builder oder Expression Blend weiterhin von Entwicklern und Designern verwendet werden – sei es nur, um die Notwendigkeit des Schreibens von Quellcode zu vermeiden und so den Zugang zur Entwicklung in HTML5 zu vereinfachen. Dies würde dazu passen, dass immer mehr Konverter auftauchen. Auf diese Weise könnten etablierte Werkzeugketten erhalten bleiben, während am Ende der Wertschöpfungskette “standardisierte” Web-Applikationen resultieren. Daran dürften auch UX Experten ein Interesse haben, da die Werkzeuge sich im Alltag bereits stark etabliert haben.

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