Mit Usability Methoden zur richtigen App

Usability Engineering Methoden unterstützen uns hervorragend bei der Analyse von Anforderungen und der Konzeption von Apps. Eine Untersuchung des Nutzungskontexts kann ein wichtiger Helfer in einer frühen Phase sein. Mit den Werkzeugen des Contextual Design lässt sich herausfinden, in welchem Umfeld und zu welchem Zeitpunkt eine App eine wertvolle Unterstützung für den Benutzer sein kann. Der Usability Experte kann herausfinden, welche Funktionen für die Anwender wichtig sind und wo sie heute Probleme haben. Oft können wir gerade dort eine App gebrauchen, wo wir uns heute mit “kleinen Helfern” Lösungswege suchen. Dies fängt beim Spickzettel für den Einkauf an und endet bei der Banking App, die uns auf die schnelle noch eine wichtige Überweisung vornehmen lässt. Durch Observation und Interviews lässt sich auch herausfinden, welche geprägten Meinungen die Benutzer haben. So kann beispielsweise explizit auf Ängste der Anwender eingegangen werden – zum Beispiel durch besondere Security-Massnahmen bei Banking Apps.

Erfolgreiche Apps brauchen eine hohe Usability

Es gibt verschiedene andere Usability Methoden, die entlang des weiteren Entstehungsprozess einer Mobile App helfen können. Zur Verfeinerung und Visualisierung eines Konzepts helfen verschiedene Prototyping Methoden – vom frühen Sketch bis zum High-Fidelity Prototyp. Bei Walkthroughs zusammen mit den Benutzern können die Konzept früh in der Zielgruppe evaluiert und verbessert werden. Die ideale Vorbereitung für einen erfolgreichen Markteintritt oder die Grundlage für den rechtzeitigen Abbruch eines Vorhabens, das auf wenig Gegenliebe oder Interesse stösst. Natürlich können Usability Experten auch explizit für das Prototyping und Testing beigezogen werden, während das Konzept zum Beispiel von Marketing Fachleuten im Alleingang entwickelt wurde. Dies entspricht sogar dem klassischen Fall. Allerdings ist es im Sinne von “User-Centered Innovation” durchaus eine ernstzunehmende Option, Usability Experten von Anfang an eng einzubinden. Sie stellen in der Regel andere Fragen als Product Manager oder Marketing Manager. Dadurch wird der kreative Prozess zusätzlich angeregt. Die enge Einbindung von Usability Experten ermöglich auch während der Entwicklung einer App ständig weitere sinnvolle Funktionen und erwünschte Details zu erkennen und diese zum Vorteil des Produkts einfliessen zu lassen.

ISO 9241-210 Human-Centred Design for Interactive Systems

Usability Engineering Lifecycle nach ISO 9241-210

Ist eine App schliesslich im App-Store verfügbar, so erntet sie hoffentlich vieler positive  Rezensionen. Um das Feedback auf einem hohen Level zu halten empfiehlt es sich insbesondere nach Updates und Anpassungen der App gezielte Usability Studien durchzuführen. Bereits Tests mit 4-6 Probanden können auf Usability Probleme und Verbesserungspotentiale hinweisen. Die Investition von wenigen Tausend Franken lohnt sich auf jeden Fall, wenn damit Reputation und Image eines Anbieters geschützt werden können. Durch Usability Tests können unter Einbezug der Benutzer auch neue, zusätzliche Funktionen erkannt werden. Entweder während des Tests oder in einem Post-Test Interview geben viele Probanden wertvolle Hinweise, die sich geschickt in die Planung weiterer Releases einbinden lassen.

Da die Benutzer bei der Verwendung von Apps einerseits viel weniger Geduld haben und andererseits durch “coole” Apps geradezu verwöhnt sind, ist eine Investition in Usability bei der Entwicklung einer Mobile Applikation besonders wertvoll. Wer den Nutzungskontext einer App nicht berücksichtigt, läuft Gefahr am Benutzer vorbei zu konzipieren und zu entwickeln. Wer die App zu kompliziert baut, weil er das Informationsbedürfnis der Anwender nicht genau kennt, kommt bei den Feedbacks meist nicht gut weg und wird die App nicht ausreichend absetzen können. Und es gibt noch viele weitere Gründe, in Usability frühzeitig zu investieren.

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